Turbulenzen im Herzen
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Turbulenzen im Herzen

Erkenntnis am Arm: Moderne Blutdruckmessgeräte können vor Vorhofflimern warnen. FOTO: PETER MASZLEN - STOCK.ADOBE.COM

Turbulenzen im Herzen

Herzrasen, Atemnot, unregelmäßiger Puls: Symptome, die auf Vorhofflimmern deuten können. Solche Turbulenzen sind Thema der diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung.

Gesundheit

Die Helios-Experten der Kardiologie und Elektrophysiologie informieren am 9. November um 20 Uhr über die Ursachen, moderne Diagnostik und Therapien sowie über die mögliche Vorbeugung von Vorhofflimmern. Was passiert bei Vorhofflimmern im Herzen? Der normale Herzrhythmus ist aufgehoben, es besteht eine sehr schnelle elektrische Aktivität im Vorhof. Die Kammerfrequenz ist unregelmäßig und steigt bei Belastung nicht wie unter normalen Umständen an. Was sind die Ursachen von Vorhofflimmern? Vorhofflimmern entsteht in der Regel an der Einmündungsstelle der Lungenvenen in den linken Vorhof des Herzens. Ein moderner Ansatz zur Behandlung ist die kathetergestützte Isolation dieser Lungenvenen. Häufige Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche, Diabetes, koronare Herzkrankheit und Schilddrüsenerkrankungen können ebenfalls Vorhofflimmern verursachen und müssen entsprechend behandelt werden.

Wie erkennt man, ob man davon betroffen ist?

Die Symptomatik ist sehr unterschiedlich. Viele Patienten bemerken diese Rhythmusstörung nicht und es ist ein Zufallsbefund im Rahmen eines Besuchs beim Hausarzt. Moderne Blutdruckmessgeräte können inzwischen einen entsprechenden Warnhinweis geben.

Andere Betroffene schildern Symptome wie zum Beispiel einen unregelmäßigen Puls, Herzrasen, Atemnot, abnehmende Belastbarkeit, Druck auf der Brust oder Schwindel. Ein Besuch beim Arzt kann dann die Diagnose sichern.

Wie wird es diagnostiziert und behandelt?

Vorhofflimmern lässt sich sehr zuverlässig über ein EKG bei ihrem Hausarzt diagnostizieren. Auch ein Langzeit-EKG ermöglicht die Diagnose.

Wichtig ist bei Risikopatienten eine Blutverdünnungstherapie. Schlaganfälle können so verhindert werden. Für die Therapie der Symptome stehen Medikamente zur Kontrolle der Herzfrequenz und des Herzrhythmus zur Verfügung. Die erwähnte Kathetertherapie mithilfe der sogenannten Pulmonalvenenisolation ist eine seit über zehn Jahren etablierte und erfolgreiche Therapie bei ? symptomatischen Patienten.

Es bleibt jedoch immer eine individuelle Entscheidung, welche Therapie für wen in Frage kommt. Neben den Begleiterkrankungen und dem Alter ist natürlich der Wunsch des Patienten zu berücksichtigen. Die Entscheidung für oder gegen einen Katheter kann beispielsweise im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs in unserer Rhythmussprechstunde am Helios Klinikum Pforzheim erfolgen.

Kann man Vorhofflimmern vorbeugen?

Durch eine gesunde Lebensführung und die Behandlung von kardiovaskulären Risikofaktoren kann bei vielen Betroffenen Vorhofflimmern vermieden werden. Hierzu zählen neben einer gesunden Ernährung (etwa mediterrane Kost) auch eine Gewichtsregulierung, moderater Sport, der Verzicht auf Rauchen und die konsequente Einnahme der erforderlichen Medikamente. Außerdem kann die gute medikamentöse Einstellung des Blutdrucks, einer Herzschwäche und eines Diabetes das Risiko für Vorhofflimmern reduzieren.