So modern wie noch nie
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So modern wie noch nie

Transparenter Vorgang: Arzt und Patient besprechen, welche Therapieform die passende ist. FOTO: NEW AFRICA - STOCK.ADOBE.COM

So modern wie noch nie

Dank künstlicher Intelligenz gelingt eine höhere Rate an Prostatakrebs-Erkennung

Gesundheit

Rund 65 000 Männer erhalten jährlich in Deutschland die Diagnose Prostatakrebs. Sie ist damit die häufigste Krebserkrankung beim starken Geschlecht. Nach Lungenkrebs gilt Prostatakrebs sogar als die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. Umso wichtiger sind regelmäßige Vorsorgetermine, denn durch die frühzeitige Erkennung steigen die Heilungschancen. Die Urologie Chefärzte Prof. Dr. med. Stephan Kruck und Dr. med. Volker Zimmermanns und Prof. Dr. Sascha Kaufmann, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, sind Experten auf dem Gebiet des Prostatakrebses und erläutern in ihrem Vortrag am Dienstag, 8. November, 18 Uhr, im Siloah St. Trudpert Klinikum aktuelle Diagnostik- und Behandlungsverfahren.

Wie wird Prostatakrebs diagnostiziert?

Prof. Dr. Stephan Kruck:
„Weniger als die Hälfte der Krebserkrankungen sind durch eine Tastuntersuchung mit dem Finger festzustellen. Nur bei einem Krebsverdacht im Rahmen der Fingeruntersuchung wird eine zusätzliche Bestimmung des sogenannten PSA-Wertes (Prostata Spezifisches Antigen) im Blut als Kassenleistung durchgeführt. Mittels Ultraschall kann die Prostata im Anschluss auf gut- und bösartige Erkrankungen untersucht werden. Durch unser neues ‚KI-Netzwerk Nordschwarzwald‘ ist es möglich, dass Urologen die Ultraschallbilder im Anschluss an die Untersuchung mit Unterstützung durch künstliche Intelligenz (ANNA C-TRUS) auswerten lassen können. Hierdurch werden suspekte Areale sichtbar gemacht, welche dem Auge entgehen können. Dieses Verfahren der ‚artifiziellen neuronalen Netzwerkanalyse‘ (ANNA) wurde bereits in Studien belegt. Sollten sich eindeutig krebsverdächtige Bereiche der Prostata zeigen, führen wir im Anschluss eine Biopsie durch. Dadurch können wir Krebsherde erkennen, die dem menschlichen Auge sonst verborgen bleiben.“

Welche Rolle hat die Radiologie bei Therapie und Behandlung von Prostatakrebs?

Prof. Dr. med. Sascha Kaufmann: „Besteht ein Verdacht auf eine Krebserkrankung, führen wir häufig eine Fusionsbiopsie der Prostata durch. Bei dieser wird verdächtiges Prostatagewebe so zielgenau wie nur möglich entnommen. Eine Fusionsbiopsie ist in aller Regel ein ambulanter Eingriff – wir biopsieren die Patienten und diese können am gleichen Tag wieder nach Hause. Die Biopsie kann sowohl durch die Haut als auch durch den Darm erfolgen. Mittels einer vorab durchgeführten MRT können wir auch kleine verdächtige Krebsherde in der Prostata identifizieren. Die erzeugten Bilder und Ergebnisse der Biopsie werden besprochen, danach legen wir gemeinsam den weiteren Therapieverlauf fest.“

Welche Behandlungsverfahren stehen bei Prostatakrebs zur Verfügung?

Dr. med. Volker Zimmermanns: „Bei lokalisiertem Prostatakrebs kommt eine Prostataentfernung mit oder ohne Lymphknoten in Form einer minimal-invasiven Operation mit dem da Vinci®-Operationssystem in Frage. Wir behandeln Prostata- oder Nierenkrebs ausschließlich mit dem da Vinci®-Roboter. Mit diesem können wir auch ungünstig gelegene Tumore aus dem Körper minimal-invasiv entfernen. Eine Strahlentherapie ist eine weitere Therapieoption zur Heilung. Bei metastasiertem Prostatakrebs werden Hormon-, Chemotherapie, personalisierte Medizin und/oder eine Schmerztherapie eingesetzt. Welche Therapieform für den Patienten die richtige ist, besprechen wir individuell gemeinsam.“