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Grenzen verschieben

Verbindungen schaffen: Mit einem Lift ist die Treppe kein Hindernis mehr. FOTO: WWW.INGO-BARTUSSEK.DE

Grenzen verschieben

 

Gesundheit

Stufen und Treppen stellen für Menschen, die auf Gehhilfen oder einen Rollstuhl angewiesen sind, oft unüberwindbare Hindernisse dar. Wenige Wohnungen sind auf diese Hürden eingerichtet. Ein Treppenlift kann Menschen mit Gehbehinderungen sicher in die gewünschte Etage befördern.Treppenlifte als barrierefreie Technik können eine große Hilfe sein. Planung und Umsetzung der zumeist kostenintensiven Treppenlift-Technik sind jedoch nicht zu unterschätzen, sagt die Verbraucherzentrale Baden- Württemberg und gibt dazu einige Tipps.

PLANUNG

Lifter lassen sich in fast jedes Treppenhaus installieren. Auch für enge Wendeltreppen gibt es Lösungen. Der komplizierte Einbau erfordert jedoch eine sorgfältige Planung. Versprechen wie „Maßanfertigung und Lieferung sofort“ sollten Sie mit einem gesunden Misstrauen begegnen. Der Treppenlift muss so installiert sein, dass ein sicheres Ein- und Aussteigen und ein unbedenklicher Transport möglich sind. Künftige Nutzende sollten zudem auf genügend Bewegungsfläche beim Ein- und Aussteigen achten.

15 Prozent - Lediglich so viel Wohnungen in Baden-Württemberg haben überhaupt einen barrierefreien Zugang.

Wichtig sind auch die restlichen Bewegungsflächen in den Treppenhäusern und auf den weiteren Laufwegen. Besteht noch genügend Platz, um mit einem Rollator in die weiteren Räume zu kommen?

Unser Tipp: Handhabung und Betriebsgeräusche bei bereits eingebauten Anlagen im Vorfeld testen!

BESCHAFFENHEIT

Ein Treppenlift sollte auf alle Fälle der körperlichen Konstitution der Benutzer entsprechen: Für gehbehinderte Personen ist ein Sitzlift die passende Lösung. Rollstuhlfahrer benötigen hingegen oftmals einen Plattform- Lift. Jede Anlage sollte ohne fremde Hilfe bedienbar sein und zudem mit einem Notfallalarm sowie einer selbst zu betätigenden Notabsenkung ausgerüstet sein.

ZUSCHUSS FÜR PFLEGEBEDÜRFTIGE

Bei pflegebedürftigen Personen kann sich die Pflegekasse an den Einbaukosten beteiligen und einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro gewähren. Da es sich um eine bauliche Veränderung handelt, wird der Zuschuss im Rahmen der Maßnahmen gewährt, die das Wohnumfeld verbessern.

2 Prozent - Das ist der Anteil aller Wohnungen und Einfamilienhäuser 2019 in Deutschland, die alle Merkmale eines barrierearmen Wohnens erfüllen und somit einigermaßen barrierefrei sind. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Voraussetzung für den Zuschuss der Pflegekasse ist, dass Pflegebedürftigkeit in den Pflegegraden 1 bis 5 anerkannt ist.

PRÜFUNG UND ZULASSUNG


Beim Einbau von Lifteranlagen müssen die im jeweiligen Bundesland geltenden Bauvorschriften beachtet werden. Die Treppenlift-Firma muss Kunden über die jeweiligen Prüf- und Zulassungsverfahren informieren und – falls nötig – sämtliche Genehmigungen einholen. Kunden sollten die geforderte Summe für den gesamten Einbau erst zahlen, wenn alle erforderlichen Unterlagen, etwa eine Prüfbescheinigung, vorgelegt wurden und beim Betrieb des Lifters keine Mängel auftreten. Mängel beim Produkt und bei der Montage können zwei Jahre lang beim Anbieter kostenfrei reklamiert werden. pm