„Einzigartig – aber zusammengewachsen“
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„Einzigartig – aber zusammengewachsen“

Bürgermeister Frank Spottek in Tiefenbronns historischer Ortsmitte um Basilika Maria Magdalena und Bürgerhaus „Rose“ (rechts). Mit Mühlhausen und Lehningen werden gemeinsame 50 Jahre groß gefeiert. FOTO: MEYER

„Einzigartig – aber zusammengewachsen“

Tiefenbronn, Mühlhausen und Lehningen sind seit 50 Jahren eine gemeinsame Kommune. Wie viel Einheit hat sich seitdem entwickelt? Nicht nur darüber sprach PZ-Redakteur Alexander Heilemann mit Bürgermeister Frank Spottek.

Unsere Heimat

Herr Spottek, wissen Sie spontan von jedem Gemeinderat, ob er Lehninger, Mühlhausener oder Tiefenbronner ist? Oder spielt das nach 50 Jahren als Gesamtgemeinde keine große Rolle mehr?Ja, das weiß ich. Gerne auch mit Straßennamen, obwohl dies nach 50 Jahren Bürgermeister-Stellvertreter aus jedem Ortsteil wirklich keine große Rolle mehr spielt. Beim Gemeindezusammenschluss im Jahr 1972 wurde die unechte Teilortswahl eingeführt, welche jedem Ortsteil eine fest vorgegebene Sitzverteilung gewährleistete. Im Jahr 2001 wurde die Hauptsatzung dahingehend geändert, dass auf diese unechte Teilortswahl verzichtet wird und die Gemeinde bezüglich der Sitzverteilung als eine Einheit betrachtet und alle Mandate im Gemeinderat nach den Stimmen in der Gesamtgemeinde vergeben werden. Daran ist zu erkennen, dass die Gemeinde schon sehr lange zu einer Einheit zusammengewachsen ist. Im Gemeinderat steht die sachorientierte Gemeindepolitik ohne Ortsteildenken an vorderster Stelle.

Zum Jubiläum kann man alle Teilorte auf einmal umwandern. Symbol für Zusammenhalt oder ein Weg, um die Gemeinde noch mal festzuzurren?

Definitiv ein Symbol des Zusammenhalts und der lebendigen Verbindung. Bei dieser Wanderung werden die jeweiligen Vorzüge jedes Ortsteiles erkennbar. Gerade beim Wandern hat man den Blick für das Detail. Sei es bei den bewusst durch die Ortsmitten geführten Strecken mit dem Anschluss an die ortshistorischen Rundgänge oder die wunderschönen Naturlandschaften im Waldgebiet Hagenschieß, dem malerischen Würmtalhalle oder dem Naturschutzgebiet Büchelberg. Einzigartig – aber zusammengewachsen. Wir haben nun mal einiges zu bieten!

Ihre Gemeinde feiert das Jubiläum ganz groß – mit viel Einsatz der Vereine. In Lehningen steigt parallel noch ein Fest zu 750 Jahren Ortsgeschichte. Was sagt das über das Vereinsleben aus?

Dass in unseren über 30 Vereinen und Organisationen eine sehr engagierte und vielfältige Vereinskultur mit der ganzen Bandbreite an Vereinsangeboten aktiv gelebt wird. Dies ist der soziale Kitt in unserer Gemeinde und spiegelt sich auch in unseren umfangreichen Jubiläumsveranstaltungen wider. Auch bei den jeweiligen Festakten und den beiden Festwochenenden sind die Vereine überaus engagiert. Die Herausforderung liegt dabei, beiden Jubiläen gerecht zu werden. Ich denke, dass uns dies sehr gut gelungen ist.

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Tiefenbronn ist eine bekannte Adresse für Feinschmecker: Natalia und Peter Jost von der Ochsenpost. FOTO: MEYER
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Die Jubiläumslinde für 750 Jahre Lehningen. Bürgermeister Frank Spottek, der OGV-Vorsitzende Roland Keller sowie Klaus Stauch vom OGV (von links). FOTO: HEILEMANN

Ihre Gemeinde ist bekannt für ihre Gastronomie. Jetzt gibt es mit der Augenblicksrunde und dem Jubiläumsweg auch Ausflugsziele. Haben Sie da noch mehr geplant?

Das Leaderprojekt „Berührungspunkte“ in Mühlhausen wird nächste Woche offiziell eingeweiht. Dieses bietet weitere Highlights für Erholungssuchende in unserer Gemeinde. Im Ortsteil Tiefenbronn entstand vor Kurzem mit Bürgerbeteiligung ein Barfußpfad und der „Weg der Sinne“. Diese beiden Themen sowie der „R 2000-Rundweg um den Ortsteil Tiefenbronn“ bieten Anknüpfungspunkte für weitere Überlegungen hin zu einem Freizeitkonzept für Alt und Jung. Ziel soll sein, unter dem Stichwort „Sanfter Tourismus“ attraktive Angebote für die Bürgerschaft aber auch für Naherholungssuchende weiter zu entwickeln und um somit unter anderem auch die örtliche Gastronomie zu unterstützen.

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ARCHIVFOTO: KETTERL
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Die Kirche St. Maria Magdalena in Tiefenbronn hat bedeutende spätgotische Kunstschätze zu bieten. ARCHIVFOTO: KETTERL

Die Jubiläumsfeiern haben auch versucht, die Teilorte fair einzubinden. Ist es im Alltag möglich, die drei Dörfer immer gleich zu behandeln?

Jeder Ortsteil hat seine eigene Identität und Grundstruktur. Diese zu erhalten und zu fördern ist unser Ziel. Die Gemeindeaufgaben sind sehr vielfältig und komplex und alle unsere Überlegungen sind immer davon geprägt, dass wir für jeden Ortsteil und in der Summe für unsere Gesamtgemeinde Tiefenbronn das Beste wollen.

Das Programm

Was los ist in der Jubiläumsgemeinde

Sonntag, 26. Juni: Der Festakt ab 10.30 Uhr in der Würmtalhalle Mühlhausen läutet die heiße Phase der 50-Jahres-Feiern ein. Vorgestellt wird der neue Imagefilm, Musikverein und Lucas-Moser-Grundschule sorgen für Unterhaltung. Im Mittelpunkt stehen Ehrungen verdienter Bürger, Vereine und Gruppierungen.

Freitag, 8. Juli: Festakt zu 750 Jahren Lehningen ab 19 Uhr im Bürgerhaus des Teilorts.

Sonntag, 10. Juli: Lehningens Brunnenfest steht ebenfalls im Zeichen der 750 Jahre. 10 Uhr ist Gottesdienst, gegen 11 Uhr Fassanstich. Für Musik sorgt ein Projektchor, die Kita „Kuckuckshaus“ unterhält gegen 13.30 Uhr, der MGV lädt gegen 14.30 Uhr zur Wanderung rund um Lehningen, die Feuerwehr fährt für die Kinder.

Samstag, 27./Sonntag, 28. August: Großes Festwochenende am Forcheneck Tiefenbronn zu 50 Jahren Gesamtgemeinde. Samstags ab 17 Uhr, Festzug der Vereine zum Forcheneck, 18 Uhr Fassanstich, 20 Uhr Musik mit „The Bärs“. Sonntags geht es ab 10 Uhr mit Frühschoppen weiter. Es spielen Tiefenbronner Musik und Musikverein Mühlhausen, es gibt Mittagessen. Kaffee, Kuchen und Kinderprogramm mit Spaßbuden. hei