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Auf dem Weg zu erneuerbarer Energie

Eine Biogasanlage FOTO: BERTOLD WERKMANN - STOCK.ADOBE.COM

Auf dem Weg zu erneuerbarer Energie

Nicht erst seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine steht die deutsche Energiewirtschaft vor einer enormen Herausforderung: Wie kann es gelingen, Deutschland unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen? Die Energiewende – eine Mammutaufgabe steht auf dem Programm, auch für Pforzheim.

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Die Beantwortung dieser Frage treibt die Republik bereits seit Jahrzehnten um. Atomkraft, zeitweise als wichtige Zukunftstechnologie auch hierzulande gefeiert, wird seit geraumer Zeit in Deutschland als Auslaufmodell betrachtet. Und noch immer werden jeden Tag große Mengen an Kohle, Öl und Gas verfeuert, wovon ein gewaltiger Teil aus Russland stammt.Doch auch ohne Ukraine-Krieg und die Sanktionen gegen Russland würde der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen massiv in den Fokus rücken – der Krieg hat diesen Prozess allerdings noch erheblich beschleunigt.

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Klar ist dennoch: Erdgas wird als Brückentechnologie wichtig bleiben, bis es gelingt, Biogas und Wasserstoff in jenen Mengen einzusetzen, die notwendig sind, um eine Vielzahl an Häusern zu heizen und Fabriken am Laufen zu halten.

Für Energieversorger wie die Stadtwerke Pforzheim spielt erneuerbare Energie schon heute eine große Rolle. Beispiel Fernwärme: Pforzheims Heizkraftwerk am Enzauenpark wird in erster Linie über den sogenannten Biomasseblock betrieben. In der gewaltigen Anlage werden Holzhackschnitzel verfeuert und somit kann Energie gewonnen werden, die rund 20 000 Haushalte in der Stadt mit Wärme versorgt. Durch modernste Technik und den Einsatz von Kraft- Wärme-Kopplung erzeugen die im Jahr 2021 zusätzlich in Betrieb genommenen Gasmotoren und der bereits seit 2004 bestehende Biomasseblock am Enzauenpark nicht nur Strom – mit der zusätzlichen Nutzung der Abwärme als Fernwärme wird ein Gesamtwirkungsgrad von rund 96 Prozent erreicht und die eingesetzte Energie doppelt genutzt.

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ARCHIVFOTO: MEYER

"Energie erzeugen, Energie speichern und Energie effizient nutzen, nur so kann die Energiewende gelingen. Am besten mit Solarenergie, erzeugt von einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach! So eine Anlage muss durchdacht geplant und langlebig gebaut sein. Alle Komponenten einer modernen Haustechnik müssen dabei aufeinander abgestimmt werden, um am Ende die größtmögliche Effizienz zu erzielen. Dann macht auch die E-Mobilität mehr Sinn!"

Andreas Kling, Obermeister Elektro-Innung, Pforzheim/Enzkreis

Durch die Einspeisung von Biogas oder das Verbrennen von Biomasse produzieren das HKW oder auch die SWP-eigenen Blockheizkraftwerke Wärme und Strom weitestgehend CO₂-neutral. Denn bei der Produktion von Biogas aus organischem Material wird kein fossiler Kohlenstoff in den natürlichen CO₂-Kreislauf hinzugefügt. Darüber hinaus können Blockheizkraftwerke auch mit synthetischem Methan aus Power-2-Gas-Anlagen betrieben werden und auch die Beimischungen von grünem Wasserstoff ist möglich. Die Anlagen sind somit ein wichtiger Baustein einer Energieversorgung ohne Einsatz von Kohlenstoff. Um möglichst vielen Pforzheimern die Nutzung der klimaschonenden Wärme zu ermöglichen, sind die SWP bestrebt, das Fernwärmenetz weiter auszubauen und langfristig zu erneuern.

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FOTO: PZ-ARCHIV

"Die Politik schafft die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Energiewende, die nur vom Handwerk umgesetzt werden kann. Dazu muss die Energiewende technologieoffen, weniger ideologisch und mehr an der Machbarkeit orientiert angegangen und die Verbraucher mitgenommen werden. Leider kommt es immer häufiger zu wenig durchdachten und nicht mit Fachleuten abgestimmten politische Schnellschüssen, die eher verunsichern statt zu motivieren."

Joachim Butz, Obermeister Innung für Sanitär und Heizung Pforzheim-Enzkreis

Schon seit vielen Jahren versorgen zudem die beiden Flusskraftwerke der SWP die Menschen in Pforzheim mit Strom aus erneuerbarer Energie. Mehr als sechs Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen die Flusskraftwerke an der Auerbrücke und in Eutingen zusammen und sorgen so für eine klima- und umweltfreundliche Versorgung mit regional produziertem Ökostrom.

In den Blick rückt zudem vermehrt das Thema Photovoltaik; hier betreiben die SWP eigene Anlagen. In Verbindung mit verbesserten Speichermöglichkeiten könnte die Sonne einen Großteil des weltweiten Energiebedarfs decken. pm

Weitere Infos im Internet unter www.stadtwerke-pforzheim.de