Absolut empfehlenswert!
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FOTO: DIETHARD SCHMIDT

Absolut empfehlenswert!

Dr. Diethard Schmidt von der Praxis Radiologie am Schlössle erläutert im Gespräch mit PZ-Redakteur Walter Kindlein die Bedeutung der Mammographie.

Gesundheit

Würden Sie die Mammographie, also die Röntgenuntersuchung der Brust, jeder Frau empfehlen oder vielleicht doch nur bei erblicher Vorbelastung oder ab einem gewissen Alter? Ja, immer. Der Trick liegt in der regelmäßigen Mammographieuntersuchung bei Frauen, und zwar alle zwei Jahre ab einem Alter von 50 Jahren. Die Diagnoserate kleinster Mammakarzinome wird dadurch deutlich erhöht, insbesondere im Intervall. In Expertenkreisen wird bereits ein Alter von 45 Jahren als Beginn diskutiert.

Auch die Mammographie entwickelt sich weiter. Was ist heute anders als vor zehn Jahren?

Die Digitalsierung der Mammographie (digitale Vollfeldmammographie) hat aufgrund der höheren Quanteneffizienz der digitalen Detektoren sicherlich zu einer relevanten Dosisreduktion bei besserer Bildqualität geführt, etwa im Vergleich zu der analogen Technik. Gleichzeitig verspricht die Tomosynthese (dreidimensionale Mammographie), wie sie seit neuestem auch in unserer Praxis verwendet wird, einen weiteren Vorteil bei der Detektion und Charakterisierung kleinster Mammakarzinome. Die allerneueste Technologie auf dem Markt – Brust CT – muss sich erst noch als bessere Methode beweisen.

Kritik an der Mammographie wird dahingehend geäußert, dass eventuell eine Krebsbehandlung in die Wege geleitet wird, wo dies gar nicht notwendig wäre.

Überdiagnosen sind eine berechtigte Kritik, die aber durch eine ordnungsgemäße interdisziplinäre Zusammenarbeit von Radiologen, Gynäkologen und Pathologen, wie es beispielsweise in einer Brustkrebs- Screening-Einheit praktiziert wird, im Grunde nicht stattfinden. Eine unnötige Krebsbehandlung wird daher erst gar nicht eingeleitet. Desweiteren kann die Tomosynthese zu einem klareren Befund verhelfen, um dem eigentlichen Problem der Unterdiagnose von kleinsten Mammakarzinomen Herr zu werden.